MS & Stress

Immer wieder wird eindringlich darauf hingewiesen, dass man Stress vermeiden sollten bzw. Methoden erlernen sollten, um sich innerlich zu beruhigen, also „herunter zu fahren“
Was ist Stress: Eine sehr große körperliche oder seelische Belastung durch zu viel Arbeit, Probleme u.Ä
Stress ist ein Bestandteil des Lebens und nicht nur negativ. Er fordert uns, und unter seinem Einfluss können wir sehr gute Leistungen vollbringen. Zu viel davon macht aber krank. Stress ist eine Reaktion auf eine Bedrohung.
In einem Job zu arbeiten in dem man sich so gar nicht wohlfühlt fällt auch unter Stress. Es ist nie zu spät, einen anderen Beruf auszuüben oder sich komplett neu zu orientieren, in meinem Fall habe ich das verpasst, es gab viele Gründe dafür auf die ich jetzt nicht detailliert eingehen möchte.
Ich war immer eine sehr umtriebige Person und hatte viele Hobbys, unter anderem auch Tiere wie Schafe und Freilandschweine die mir auch viel Freude bereiteten aber es kam immer wieder zu  Terminkollisionen, nur ein Beispiel: Ich hatte einen wichtigen Termin , garantiert gab es dann Nachwuchs bei den Tieren oder diese konnten ihren Freiheitsdrang nicht mehr zügeln und entkamen aus der Umzäunung um die nähere Gegend zu erkunden…. irgendwas war immer,das war noch vor meiner MS Diagnose, damals schon sagte mir mein inneres, es ist zuviel lasse es sein.
Langsam löste ich meine Tierzucht und Schmiede (Metallatelier) auf, trennte mich von Freunden die mir bei aller Freundschaft doch ziemlich auf die Nerven gingen. Es gibt einen Haufen Ballast abzuwerfen und sich von vielen Dingen zu trennen, aber im Endeffekt ist es Balsam auf die Wunden die ich mir in den letzten Jahren zugezogen habe, weniger ist mehr. Heute nehme ich alles viel gelassener,was du heute kannst besorgen verschiebe es lieber auf morgen.
Heute bin ich in Berufsunfähigkeitspension und kann mir den Tag so einteilen wie ich will, und wenn mir mein Körper sagt er will schlafen,dann wird eben couching gemacht,geht zwar nicht immer aber immer öfter. Leider muss man erst chronisch krank werden um dieses Privileg zu genießen.